Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)


Monatsspruch Juni: „Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Speise und heilsam für die Glieder.“ (Sprüche 16,24)

Liebe Gemeinde,

manchmal staune ich, wie aktuell die Bibel ist. Der Monatsspruch klingt so, als wäre damals schon klar gewesen, was wir heute für ein Wort nötig haben. Gewiss, unser alltäglicher Sprachgebrauch klingt meist etwas anders. Die Bibelübersetzung „Neues Leben“ drückt deshalb den Satz so aus: „Freundliche Worte sind wie Honig – süß für die Seele und gesund für den Körper.“

Es ist nicht zu übersehen und selbst in Medien und Fernsehdiskussionen wird es zunehmend öfter thematisiert: Unser alltäglicher Umgangston ist rauer geworden, Beschimpfungen und verachtende Worte haben zugenommen. Dabei weiß eigentlich jeder, wie weh eine vernichtende Kritik tut, wie gut ein freundliches Wort dagegen ist, wie ermutigend ein Lob sein kann. „Süß für die Seele und gesund für den Körper“ – genau, das trifft’s.

Doch auch wir Christen leben nicht im luftleeren Raum. Die Trends unserer Gesellschaft machen vor uns nicht Halt. Beschimpfungen und verachtende Kritik vor allem an „denen da oben“ nehmen auch unter uns einen zunehmend größeren Raum ein.

Ich lade Sie heute zu einem Experiment ein. Stellen Sie sich doch mal einen Menschen vor Augen, über den Sie sich im Moment gerade ziemlich ärgern, um nicht zu sagen, auf den Sie gerade Wut haben. Sie finden ganz bestimmt einen Nachbarn oder Chef, einen Mitarbeiter der Kirchgemeinde oder einen Politiker. Und danach überlegen Sie eine oder zwei positiver Eigenschaften oder Entscheidungen dieser Person. (Wenn Sie ganz viel Mut haben, dann geben sie der Person dies als ein Lob weiter, falls möglich.) Was Sie ärgert, blenden Sie einfach mal aus. … Und, hat es geklappt?

Und nun beobachten Sie mal bitte, was passiert, nicht nur mit Ihrem Gegenüber, sondern vor allem mit Ihnen und Ihrer Sicht auf den Anderen. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass das Bibelwort aus den Sprüchen nicht nur dazu da ist, das wir unserem Nächsten etwas Gutes tun, sondern auch uns persönlich. Nicht umsonst geht aus dem Bibelwort nicht eindeutig hervor, wessen Seele die süße Freude erhält und wessen Körper heilt, mein eigener oder der des Anderen. Vielleicht entdecken Sie, wie Sie selbst fröhlicher und zufriedener werden, wenn Sie gute Worte sagen.

Also, wenn Sie sich selbst etwas Gutes tun wollen, sparen Sie nicht mit freundlichen Worten gegenüber anderen. Und wenn Sie den Anderen positiver sehen, wird auch ihr Alltag ganz automatisch etwas freundlicher und Sie etwas dankbarer für die wunderbaren Menschen, die Gott Ihnen zur Seite gestellt hat.

Viel Freude beim Ausprobieren und viele gute Erfahrungen mit diesem praktischen Gotteswort!

Pfarrerin Regina Regel