Jahreslosung 2021: „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6, 36)


Liebe Gemeinde,

ein neues Schuljahr hat begonnen. Ein Neustart auf Hoffnung hin. Die Frage steht: Wie wird der Herbst und der Winter sich gestalten? Damit meine ist nicht das Wetter. Es war schön zu erleben, wie viele junge Paare im Sommer geheiratet haben. Große Feste waren möglich. Kinder und Jugendliche hatten die Möglichkeit auf Rüstzeiten zu fahren. Urlaubsreisen waren machbar. Wie wohltuend waren die vielen Begegnungen und Gespräche. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Gerade die Kleinen brauchen das soziale Miteinander. Die Großen genauso. Eine Whatsapp-Nachricht ist doch etwas anderes als eine reale Begegnung. Das ist mir in den letzten Monaten mehr als deutlich geworden. Wir brauchen Gemeinschaft, um leben zu können. So sind wir von unserem Schöpfer angelegt. Gerade in Gemeinschaft und im gemeinsamen lesen und hören auf Gottes Wort entsteht, reift und kultiviert sich unser Glaube.

Glaube ist nicht gleich Glaube. Es gibt Kleinglauben, starken Glauben, verzweifelten Glauben und manchmal den Wusch zu glauben. Die Schüler von Jesus werden in ihrem Alltag mit ihren Glaubensgrenzen konfrontiert. Sie erleben, wie Jesus Menschen heilt, Sünden vergibt und wortstarke Predigten hält. Sie selbst erleben das teilweise. Manchmal erleben sie auch Grenzen. Sie können einen Jungen nicht heilen und ein anderes Mal staunen sie über die Kraft von Jesus als er einen Baum verdorren lässt. Innehalten. Sie bitten Jesus um Glaubensstärkung. Mehr Glaube, bitte. Die Antwort von Jesus ist herausfordernd:

„Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr diesem Maulbeerbaum befehlen: ‚Zieh deine Wurzeln aus der Erde und verpflanze dich ins Meer!‘ – und er wird euch gehorchen.“ (Lukas 17,6)

Mein erster Gedanke: Die Schüler von Jesus erleben ihre eigene Glaubensarmut. Ihre Reaktion ist Gebet. Sie kommen mit ihrem Mangel zu Jesus und bitten ihn um Hilfe. Das will ich lernen. Meine Begrenzung darf ich Jesus bringen und sagen: „Ich brauche Deine Unterstützung. Stärke mich.“

Doch fordert die Antwort von Jesus heraus. Wie oft hängt unsere Glaubenserwartung davon ab, was wir bereits mit Gott erlebt haben. Wenn ich erlebt habe, dass Gott Gebete erhört, dann werde ich im Vertrauen wieder beten. Erfahre ich, dass auf Rüstzeiten Menschen Jesus erleben, werde ich solche Wochen wieder veranstalten oder selbst teilnehmen, um Erlebnisse mit Gott zu haben. Mein Unglaube begrenzt Gott sehr oft. Umso mehr darf ich beten: „Jesus, stärke meinen Glauben.“

Glaube ist ein Geschenk. Ich kann es nicht produzieren oder mir einreden. Gott schenkt ihn mir. Deshalb lese ich sein Wort, weil mich Gott dabei ermutigt. Ich lerne nicht auf meine Begrenzungen oder Fähigkeiten zu blicken, sondern auf Jesus. Seine Größe, seine Schönheit, seine Macht zu entdecken ist der Schatz meines Lebens.

Dann weichen die Hindernisse in meinem Leben, seien es Sorgen, so groß wie Berge oder Gewohnheiten festgewachsen wie ein Baum. Glaube versetzt Bäume und Berge, weil Jesus kann. Die Größe meines Glaubens darf ein Senfkorn sein. Weil ich an den großen Gott glaube, reicht ein kleiner Glaube aus. Gib Jesus dein Leben in allen Herausforderungen und bete um Glauben!

Ich wünsche euch allen spannende Glaubenserfahrungen in diesem Herbst.

Euer Pfarrer Ahner