Jahreslosung 2018: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6b)

Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)


Liebe Gemeinde,

im Jahr 7 v.Chr. war in Babylon eine ungewöhnliche Planetenkonstellation zu sehen, die nur alle paar 100.000 Jahren wieder gesehen werden könnte. Schon Johannes Kepler hatte sie berechnet. Saturn, der sog. Königsstern und Jupiter, der Schutzstern Israels, sind übereinander als einziger, überdimensional großer, heller Planet zu sehen und zwar im Sternbild der Fische, also genau im Westen. Dort liegt Israel. Und da die Astrologen entweder Juden waren oder in Babylon mit Juden engen Kontakt hatten, beachteten sie diese Konstellation genau. Als dieses Phänomen am 3. Oktober, dem Jom-Kippur-Fest (Versöhnungsfest) der Juden erneut auftrat, machten sie sich auf den Weg nach Jerusalem, wo sie wahrscheinlich Anfang Dezember ankamen. Erstaunlicherweise ereignete sich diese Planetenkonstellation nun erneut, und zwar diesmal im Süden, genau dort, wo der kleine Ort Bethlehem liegt.

Wie reagieren Sie auf solche Informationen? Zucken Sie mit den Achseln und denken: Kann schon sein! Oder schieben Sie es beiseite, denn irgendwie klingt die Weihnachtsgeschichte ja doch eher wie eine Legende? Oder fühlen Sie sich bestätigt, denn Sie wussten ja schon immer, dass die Bibel recht hat?
Der Stern in der Weihnachtsgeschichte gehört untrennbar zur Advents- und Weihnachtszeit dazu. Was ist er für uns? Untrennbares Beiwerk des alljährlichen Weihnachtsschmuckes? Oder ist er das Zeichen: Gott setzt für unsere Rettung Himmel und Erde in Bewegung? Selbst die Sterne sind in seinen Plan eingebaut?

„Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“ (Matthäus 2,10 – Monatsspruch Dezember)

Die Männer aus Babylon lassen sich von diesem Planetenphänomen aufrütteln, in Bewegung setzen und kommen so ans Ziel.

Es ist ja erstaunlich, dass in der Weihnachtsgeschichte im Prinzip keine Wunder passieren. (Außer dem Riesenwunder, dass Gott Mensch wird!) Keine wunderbare Bewahrung vor den Strapazen der Reise, keine plötzliche Begegnung mit dem, der zufällig noch ein Hotelzimmer frei hat. Es läuft alles ganz normal ab. Denn dass Weltgeschichte (hier Kaiser Augustus) sich in unserer Biografie niederschlägt, das kennen wir alle im Blick auf unser eigenes Leben, und auch aufregende Geburten in fremder Umgebung kommen vor. Aber es ist hier alles voller Zeichen wie die armselige Krippe, die Geburt in Bethlehem oder eben der wegweisende Stern. Jedes Detail scheint sorgsam ausgewählt. Es scheint, als würde Gott wirklich Himmel und Erde in Bewegung setzen, damit wir seinen Sohn nicht übersehen können.

Lassen Sie sich einladen, in diesem Jahr wieder neu zu entdecken, wie Gott alles fügt, damit wir seine Einladung zu Jesus nur ja nicht ausschlagen.

Ich wünsche Ihnen, auch im Namen der Mitarbeiter und Kirchvorsteher eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und für das neue Jahr, dass Sie Gottes Zeichen und Handeln in Ihrem Alltag entdecken und unserem Herrn folgen, so wie die Weisen aus Babylon.

Pfarrerin Regina Regel