Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)


Liebe Gemeinde,

kaum ein Bibelvers ist so bekannt und wird so oft verwendet wie dieser, der uns für April als Monatsspruch gegeben ist:

„Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20)

Jesus sagt es zu den Jüngern nach seiner Auferstehung. In den Berichten der Evangelien über diese Zeit lesen wir, wie Jesus seinen Jüngern hilft, dieses für sie doch sehr besondere Geschehen seiner Auferstehung richtig einordnen zu können. Und er erteilt ihnen den sogenannten Missionsbefehl, dass sie also das Evangelium überall in der Welt verkünden sollen. Als letztes erhalten sie dann diese Zusage, dass Jesus bei ihnen / bei uns ist und dies eben alle Tage bis die Welt vergehen wird. Es sind seine letzten Worte bevor er ins Himmelreich zu seinem Vater geht.

Wie gesagt, es ist einer der schönsten und ermutigendsten Bibelverse, die wir kennen. Wir verlassen uns darauf; Jesu Gegenwart ist für uns zur selbstverständlichen Gewissheit geworden.

Doch was, wenn in unserem Leben etwas eintritt, das uns aus der Bahn wirft? Wir kennen zwar die Erfahrungen, in denen ein Dankgebet für die Gegenwart Gottes wie selbstverständlich über unsere Lippen kommt. Das passiert immer dann, wenn z.B. ein wunderbares Erlebnis uns bis ins Innerste berührt, wenn Freude den Alltag bestimmt, wenn sich Dinge unerwartet fügen oder eine solche Fügung uns plötzlich vor Unglück bewahrt. Doch das Andere gibt es auch, eben die unerwarteten Ereignisse und Schicksalsschläge oder Leid, das uns an der Gegenwart von Jesus zweifeln lässt. Auch unser Alltag geht häufig seinen gewohnten Gang, ohne dass die Gegenwart von Jesus zu spüren ist. Gebete gehen scheinbar ins Leere, Ereignisse brechen über uns herein, die Empfindung, ausgeliefert zu sein, macht sich breit. Wo ist dann Jesus „alle Tage, bis an der Welt Ende“?

Wenn dieser Gemeindebrief erscheint, gehen wir bereits auf die Karwoche zu. Zu dem Erinnern an das grausame Leiden und Sterben unseres Herrn gehört auch sein Weg dahin, z.B. der Gründonnerstag, an dem Jesus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hat. Auf sehr, sehr vielen Altarbildern ist das Heilige Abendmahl dargestellt: Jesus in der Mitte reicht den Jüngern Brot und Wein. Wir haben dieses Bild in Schönbrunn jeden Sonntag vor Augen und auch der Wolkensteiner Altar zeigt es uns, wenn auch nicht so bunt. An vielen Sonntagen im Jahr sind Sie eingeladen, genau das zu feiern, so ähnlich wie die Jünger damals.

Für mich ist das Heilige Abendmahl der Ort der ganz besonderen Gegenwart von Jesus. Ja, ich weiß, er ist bei uns alle Tage (s.o.), er ist in seinem Wort gegenwärtig, im Gebet, im Lobpreis kommt er mir nah. Aber nirgendwo ist er so nah wie in Brot und Wein. Es ist eine ganz besondere Gegenwart unseres Herrn, die wir im Abendmahl erleben. Und wenn Jesus Christus wieder einmal weit weg zu sein scheint – im Abendmahl können wir uns wieder ganz gewiss werden. Lassen Sie sich dazu besonders einladen!

Ich wünsche Ihnen für das bevorstehende Osterfest Gottes Segen und die Begegnung mit unserem auferstandenen Herrn.

Ihre Pfarrerin Regina Regel