Jahreslosung 2021: „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6, 36)


Liebe Gemeinde,

das Jahr 2021 ist gestartet. Viele Wünsche im neuen Jahr werden sich darauf beziehen, dass sich das Leben normalisiert und wieder „normaler wird“. Menschen zu begegnen, wo und wann ich will, ist plötzlich so kostbar geworden. Aber nicht erst dann ist alles wieder gut. Jesus fordert uns auf sich zu freuen. Hier und jetzt:

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind! (Lukas 10,20)

Kann ich mir selber oder einem Menschen befehlen sich zu freuen? Wenn ich traurig bin, dann bin ich doch traurig. Wenn es nichts zu lachen gibt, dann kann ich mich auch nicht freuen. Es wird Phasen geben, da bin ich fröhlicher und freudiger. An anderen Tagen wird das viel schwerer fallen. Trotzdem werden wir Christen zur Freude aufgerufen.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche kritisierte die Christen mit dem frappierenden Satz: “Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.” Eigentlich musste er es wissen. Denn Nietzsche wuchs in einem Pfarrhaus auf. Nach seiner Konfirmation besuchte er bis zum Abitur das kirchliche Begabten-Internat Schulpforta in Naumburg. Aus nächster Nähe konnte er in seiner Jugend christlichen Glauben und christliches Leben miterleben. Überzeugt hat ihn das alles nicht. Im Gegenteil: Später wurde er einer der entschiedensten Gegner des Christentums. Was bedeutet der Satz, die Christen sähen nicht “erlöst” bzw. „freudig“ aus? Das kann ja wohl nur heißen, dass uns etwas Entscheidendes fehlt.

Nietzsche trifft einen wunden Punkt. Das Evangelium heißt übersetzt Frohe Botschaft. Also kann das einen Christen nicht kalt lassen.

Wie also freuen? Es gibt ein Buch. Es ist ein himmlisches Buch, in das nur der himmlische Vater einschreiben kann. Wer in diesem Buch eingeschrieben ist, der ist vorgemerkt für den Himmel. Kein Name ist diesem Buch ist verloren. Du gehörst zu Christus. Eine Freude, die nie aufhört, liegt vor dir. Deshalb kannst du jetzt schon freuen. Weder Erfolg noch Misserfolg sind von dieser Freude abhängig.

Kann ich Freude befehlen? – Das war meine Frage. Ja, einem Christen kann ich sie befehlen. Lache und freue dich über die Verbindung mit Christus. Feiere, jubele, denn Gott ist für dich, wer sollte da noch gegen dich sein?

Ich wünsche euch ein Jahr voller Hoffnung und Freude
Euer Pfr. Ahner