Andacht zur Jahreslosung 2026

Eine leere Bühne zur Mehr-Konferenz in Augsburg. Im Scheinwerferlicht ist ein Kreuz zu sehen.

im Frühling fängt das Erwachen der Natur an. Frühblüher sind Boten der wärmeren Jahreszeiten. Hier ein Märzenbecher und dort ein Krokus. Ob gelb oder lila, draußen wird es wieder farbenfroh.

So eine farbenfrohe Lebendigkeit wünsche ich mir nicht nur für meinen Garten, sondern auch für die Kirche in Deutschland. In den letzten Jahrzehnten sind wir gewohnt, dass es weniger wird an Vielfalt, an Gemeinden und auch an Christen im Land. Die Glaubenssubstanz bröckelt, wie bei einem alten Gebäude. Sie ist noch da, die Kirche, aber dennoch passierte so viel Entmutigendes. Ich frage mich: „Herr, wohin führst du deine Kirche?“

Am Anfang des Jahres fand die MEHR-Konferenz in Augsburg statt. Ein Glaubensfestival, zu welchem 11.000 Christen zusammenkamen. Vier Tage waren gefüllt von gemeinsamem Singen, Beten und Feiern, alles unter dem Thema „Sound of Joy“ (Klänge der Freude). Noch immer klingen in mir diese Tage nach, manche ermutigenden Worte besonders. Unser Landesbischof Tobias Bilz ermutigte uns, geistliche Aufbrüche in unseren Gemeinden zu erbitten und auch zarte Pflänzchen positiver Veränderungen wahrzunehmen. In anderen Ländern, wie in Frankreich oder England, gibt es in der Kirche spürbare Aufbrüche. Das darf auch in Deutschland geschehen. Das erinnert an ein Wort des Propheten Jesaja:

Denn siehe, ich will ein Neues schaffen. Jetzt wächst es auf. Erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. (Jesaja 43,19)

In diesen Sätzen findet sich ein großes Versprechen: Gott fängt mit seinem Volk Israel einmal mehr neu an. Gott hat um Abraham ein Volk gesammelt. Gott hat es durch viele Zeichen und Wunder und unter der Führung von Mose in ein neues Land geführt. Jetzt wieder ein Neuanfang! Gott schafft Neues! Er kann Wege auftun, wo keiner einen Weg sieht oder auch nur geahnt hat. Gott ist einer, der neu macht. So wie jeder Mensch durch Jesus neu wird, so erneuert er auch jeden Christen Tag für Tag aufs Neue!

Die Zeit im Frühling ist die Zeit der Erneuerung! Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir Christen auf etwas verzichten, zum Beispiel auf bestimmte Speisen oder Alkohol. Der Verzicht geschieht bewusst, um Raum für Anderes zu schaffen. Dieser Raum soll mit Jesus gefüllt werden. Er soll uns immer wieder neu machen, indem wir Altlasten und Sünden ablegen. Dabei lenkt auch die Jahreslosung den Blick auf das, was Gott tun will:

Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5)

Vom Himmel her wird das neue Leben geschenkt. Ich will gern lernen, einen neuen Blick einzuüben. Nicht auf das schauen, was nicht mehr geht und was wir als Gemeinde nicht können oder wo die Kraft nicht reicht. Ich bin aufmerksam für das Neue, was der Heilige Geist bei uns aufwachsen lässt. Das will ich sehen und fördern.

Diese Haltung hat mich im ersten Monat des Jahres Schönes entdecken lassen. Zur Allianzgebetswoche fanden sich an allen sieben Gebetsabenden Menschen aus allen Ortsteilen zusammen. An einem Abend waren wir über 30 Beter. Was für ein Geschenk!

Zu Beginn der Fastenzeit haben sich 3 Gruppen von Männern und Frauen aufgemacht, um in der Zeit bewusst miteinander im Austausch zu sein und füreinander zu beten. Es wächst Neues auf, erkennst du es noch nicht?

Probiere doch selbst einmal, bewusst auf die guten Dinge zu schauen, die Gott dir schenkt. Es wird das Herz fröhlicher und dankbarer werden lassen.

Ich freue mich auf das, was Jesus in unseren Gemeinden noch tun will. So wie im Frühling die Natur aufblüht, sollen auch unsere Gemeinden nach einem ruhigen Winterschlaf aufblühen. Komm, Heiliger Geist! Belebe! Erfrische! Erneure!

Ich wünsche euch allen eine gesegnete Frühjahrszeit mit vielen Momenten der Freude.

Euer Pfarrer Michael Ahner

Kategorie: