Hierzu wurde am Glockenstuhl im Kirchturm ein Gestell aufgebaut, in welchem sich eine Metallvorrichtung mit hohem Eigengewicht befand, die – PC-gesteuert – mit entsprechender Wucht zum Rotieren gebracht wurde. Zunächst geschah dies ganz langsam und wurde dann in regelmäßigen zeitlichen Abständen beschleunigt. Am Kirchturmgemäuer wurden an verschiedenen Stellen – bzw. in unterschiedlichen Höhen – Sensoren angebracht, welche die dadurch ausgelösten Schwingungen registrieren und schließlich am Computermonitor in Grafikform zu erkennen waren. Das Ganze funktioniert nach dem Prinzip eines Seismografen und ist äußerst interessant, es zu beobachten. Wozu das Ganze? Es wird praktisch die Situation des Glockengeläutes simuliert, um herauszufinden, welchen (schädigenden) Einfluss dies auf die Statik des Kirchturmes hat. Wenn man als Laie daneben steht, ist das Alles etwas unheimlich – erst recht mit zunehmender Intensität der spürbaren Kräfte, die durch Gewicht und Geschwindigkeit dieser Konstruktion ausgelöst werden. Somit hat man das Bedürfnis, sich festhalten zu wollen, denn der Turm beginnt zu „wackeln“.

Zum Schluss wurden dann zu Vergleichs – bzw. Kontrollzwecken dann auch die Glocken geläutet – im Abstand von 2,5 Minuten erst Jede einzeln und schließlich alle Drei gleichzeitig. Rein theoretisch wäre dies garnicht notwendig, da man ja diese Situation simulieren kann, allerdings hat sich die Erfahrung bewährt und bestätigt das Messergebnis. Interessant ist, dass die Simulation, um im unbedenklichen Rahmen zu bleiben, nur bis zu einem gewissen Grad möglich ist. Sollten die Auswirkungen nach dieser Methode geringer sein, als die tatsächlich wirkenden Kräfte durch das Glockengeläut, wird aus Sicherheitsgründen die Simulation beendet und man weiß, dass entsprechend gehandelt werden muss.

Das physikalische Prinzip:

Wird ein Körper mit entsprechendem Eigengewicht mit zunehmender Geschwindigkeit bewegt, entstehen wirkende Kräfte. Damit diese Kräfte der Statik des Mauerwerkes nicht schaden, müssen sie erkannt und gegebenenfalls auf ein unbedenkliches Maß reduziert werden. Um zu wissen, ob in dieser Hinsicht Handlungsbedarf besteht, wird ein solches Schwingungsgutachten erstellt.